Irland - Roadtrip Teil 1/ 2

Am 24.09.2016 beginnt unser Roadtrip durch Irland. 

Tag 1: Dublin - Powerscourt House - Wicklow Mountains - Kilkenny

Vormittags holen wir unseren Mietwagen, einen SUV, beim Autoverleih im Norden Dublins ab, und haben nun eine Woche Zeit, den Süden und Südwesten damit unsicher zu machen. Eigentlich wollen wir gleich ab Dublin direkt am Meer entlang fahren, aber der Vermieter rät davon ab, da uns dieser Weg seiner Meinung nach sehr viel Zeit kosten würde. Unser Ziel heute ist Kilkenny, es liegt also ein gutes Stück Weg vor uns.


Wir nehmen daher seinen Rat an und
umfahren Dublin auf der Autobahn, um zu unserem ersten Etappenziel zu kommen, dem Powerscourt House südlich von Dublin. Es regnet Hunde und Katzen, die umliegende Landschaft versinkt im Nebel. Der beeindruckende Park und die tollen Gärten des Powerscourt Houses wirken bei Sonne sicher schöner, dennoch sind wir beeindruckt von der Artenvielfalt der Pflanzen und Bäume.






Nach einer Stärkung im zugehörigen Café geht´s weiter. Wir wollen nach Glendalough, bummeln aber über die schmalen Straßen quer durch die Wicklow Mountains über Sally Gap, um etwas von der Landschaft zu sehen. Schnell kommt man hier wahrlich nicht voran, aber wir sind (fast) alleine mit der Natur.



Bald stellen wir fest, dass wir unseren Roadtrip so unmöglich fortsetzen können - es es bereits nach 16:00 Uhr, und wir haben kaum Strecke gemacht. In Glendarlough haben wir daher leider keine Zeit, uns umzusehen, und fahren stattdessen auf dem schnellsten Weg über Nationalstraßen und ein Stück Autobahn direkt nach Kilkenny, wo wir gerade noch so vor Anbruch der Dunkelheit ankommen. Eine Unterkunft brauchen wir auch noch und fahren etwas ratlos durch die Stadt auf der Suche nach einem Bed & Breakfast. Das ist blöd, wenn man so gar nicht weiß, in welche Richtung man fahren soll. Schnell lernen wir, dass die meisten B & B´s mit einem eigenen Parkplatz eher außerhalb der Zentren liegen, und werden ein Stück vom Schloss entfernt fündig. Die nächsten Tage werden wir es so machen, dass wir uns in jedem Ort kurz vor der Ankunft über Smartphone im Netz ein, zwei B & B´s raussuchen werden, die wir dann direkt ansteuern können. Aber jetzt gehen wir in die Stadt, erstmal was essen und ein bisschen durch den Ort spazieren. 



Ausklingen lassen wir den Abend in irgendeinem Pub mit (guter) Livemusik, in dem ziemlich viel los ist.


Tag 2: Kilkenny - Rock of Cashel - The Vee - Midleton

Am nächsten Morgen machen wir die erste Bekanntschaft mit dem Irish Breakfast. In jedem B & B auf unserem Weg bekommen wir ein äußerst reichhaltiges Frühstück, bestehend aus einem Buffet mit Toast, Soda Bread, Marmelade, Käse, Orangensaft, Müsli und manchmal Obst. Uns würde das schon reichen, zusätzlich kann man jedoch von einer Karte zwischen Pancakes, Toast mit gebackenen Bohnen, Rührei (oft mit Räucherlachs) oder eben dem klassischen Irish Breakfast wählen. Ich muss mich nach dem Frühstück nochmal paar Minuten hinlegen... Dann lassen wir Kilkenny hinter uns und fahren über abenteuerlich schmale Straßen zum Rock of Cashel.


Wir nehmen mit vielen anderen Touristen eine Führung mit und sind beeindruckt von der Geschichte, aber auch vom wechselhaften Wetter, das uns den einen oder anderen Regenbogen beschert.




Von Cashel aus fahren wir über kleinste Straßen südlich, bis wir zum Aussichtspunkt über das Tal The Vee kommen.


An die Straßen muss man sich erstmal gewöhnen. Während es sich auf der Autobahn wirklich sehr gut fahren lässt, sind die anderen Straßen - manchmal auch die Nationalstraßen - sehr schmal und eng. Außerdem reichen Bäume und Gebüsch oft bis unmittelbar an den Straßenrand. Oft ist hinter den Blättern sogar noch eine Steinmauer versteckt, man muss wirklich aufpassen beim Fahren. Das Fahren übernimmt Volker, er macht das großartig und hat sich auch schnell an den Linksverkehr gewöhnt. 



Der Nachteil ist - vor allem für mich als Fotografin - dass man schlecht mal eben anhalten kann. Wir fahren weiter durch urwaldähnliche Landschaften durch den Ort Lismore, dessen Burg im Vorbeifahren wunderschön aussieht, für den wir aber leider keine Zeit haben. Ab auf die To-Do-Liste für´s nächste Mal! Stattdessen führt unser Weg nun mehrere Kilometer an einem kleinen Fluss entlang, in den bizarr wachsende, vermooste Bäume hineinhängen. Es ist zauberhaft, wir fühlen uns wie in einem Märchenwald, und finden tatsächlich eine Parkmöglichkeit, sogar mit einem Picknickplatz. Hier, jetzt wieder in der Sonne, vertilgen wir unseren Supermarkteinkauf.



Anschließend fahren wir am River Blackwater entlang, noch immer sind wir weit und breit das einzige Auto auf der Straße. Es ist wunderbar.


Den Ort Youghal, schon an der südirischen Küste, wollten wir eigentlich auch anschauen, müssen ihn aber leider links liegen lassen, da wir langsam in Zeitnot geraten: Im noch einige Kilometer entfernten Midleton kurz vor Cork steht die Jamesson Distillery, in der die letzte Führung um 16:30 Uhr beginnt - jetzt ist es schon 15:20 Uhr. Da die Distillery in Dublin derzeit geschlossen hat, wollen wir uns unbedingt hier in den heiligen Hallen unseres Lieblingswhiskeys umsehen und geben Gas, um rechtzeitig da zu sein. Zu Gunsten der Distillerie entscheiden wir auch, auf eine Nacht in Cork zu verzichten und gleich hier im Ort ein B & B zu suchen. Whiskeytasting und Autofahren schließen sich bekanntlich aus.







Und so gehen wir nach der Führung nur noch schnell eine Pub-Pizza essen am Abend und bleiben ansonsten in unserer sehr schönen Unterkunft, wo wir uns ein wenig mit dem Hausherrn über unsere weitere Routenplanung unterhalten.


Tag 3: Midleton - Dromberg Stone Circle - Skibbereen - Mizen Head - Kenmare



Am dritten Tag unseres Roadtrips ist das Hauptziel der Punkt Mizen Head, am Ende einer südwestlich gelegenen Halbinsel. Anschließend wollen wir sehen, wie weit wir kommen, bis wir eine Unterkunft brauchen. Cork lassen wir aus, da wir meinen, hier mehr Zeit zu brauchen, um wirklich in der Stadt anzukommen. So fahren wir auf der Nationalstraße N71 gen Westen und machen unterwegs einen Abstecher zum Drombeg Stone Circle.


Im Ort Skibbereen machen wir Mittagspause im Pub und essen eine leckere Seafood Chowder, eine cremige Fischsuppe, um anschließend ein wenig im Ort herum zu spazieren.



Dann verlassen wir die Nationalstraße und fahren auf die Halbinsel.


Nach einigen Kilometern auf abermals schmalen Straßen erreichen wir Mizen Head, wo es ein Besucherzentrum gibt, und man über eine Brücke bis zum südwestlichen Zipfel gehen kann. Ich halte angestrengt Ausschau nach Walen oder Robben, sehe aber nichts.




Wir setzen unseren Weg fort und fahren bis zum sehr hübschen Ort Kenmare, der zwischen dem Ring of Beara und dem Ring of Kerry liegt. Hier finden wir ein nettes B & B. Volker nimmt sich auf Grund seiner stärker werdenden Erkältung eine Auszeit und bleibt abends auf dem Zimmer. Ich mache ihm Tee, bevor ich zur blauen Stunde losziehe und ein paar Bilder mache, vor allem von den hüschen (Pub-)Schildern, die die Hauptstraße zieren.










Auch ich gehe früh ins Bett, die Fahrerei ist anstrengend, auch wenn man nur navigieren muss. Für morgen planen wir, den Ring of Beara zu fahren und die Halbinsel Dingle abzugrasen. Den Ring of Kerry wollen wir auslassen - von zu vielen Iren haben wir nun schon gehört, dass die anderen Halbinseln auch schön bzw. noch schöner als der Ring of Kerry sein sollen, und der Ring of Kerry voll mit Bussen ist. 

Next: 
Tage 4 bis 7 - Ring of Beara, Killarney, Dingle, Cliffs of Moher, Doolin, Burren, Connemara

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