Da Lat

Nach ein paar Tagen Urlaub am Jungle Beach fahren wir am 28.03.2016 nach Da Lat.


Vom abgelegenen Strand nehmen wir das vom dortigen Resort bestellten Taxi nach Nha Trang, um von hier mit dem Bus durch die Berge in die 1.500 m hoch gelegene

Stadt Da Lat zu gelangen. Die Busfahrt dauert ca. drei Stunden, unterwegs haben wir tolle Aussichten auf die Landschaft. Und auf die unzähligen Gewächshäuser, als wir uns der Stadt nähern. Da Lat ist bekannt für seinen Gemüse- und Blumenanbau, ebenso für seine Erdbeeren.






Im Hotel, das wir wieder einen Tag vorher mittels Tablet gebucht haben, duschen wir erstmal - nach vier Tagen endlich wieder warmes Wasser! Wir bleiben nur eine Nacht, daher sehen wir uns am Nachmittag gleich mal um in Da Lat. Diese Stadt war zu Kolonialzeiten ob des etwas kühleren Klimas ein beliebter Ferienort. Noch heute verbringen viele Vietnamesen ihre Flitterwochen hier, (nicht nur) weil man am See, am alten Bahnhof und den Wasserfällen in der Umgebung schöne Fotos machen kann. Und sogar einen kleinen Bruder des Eiffelturms gibt´s hier, daher wird der Ort auch oft als das Paris Vietnams bezeichnet.




Es ist nicht so trubelig wie in Hanoi, und nicht so touristisch wie in Hoi An (zumindest gerade nicht) - wir fühlen uns wohl in der Stadt, die ca. 200.000 Einwohner zählt. Den Abend lassen wir im "100 Roofs Café" ausklingen - den Tip haben wir am Jungle Beach bekommen, und sind begeistert von dieser Bar: Es handelt sich um ein Röhrenhaus - nicht breit, aber ewig lang - das von einem Künstler ausgebaut wurde. Über alle Etagen und Zwischenetagen ziehen sich wilde Treppen und wirre Gänge, die alle thematisch gestaltet sind, eine Mischung aus Labyrinth und Geisterbahn. Wenn man den Weg findet, kommt man schließlich oben in einer Art Dachgarten mit Ausblick über die Stadt raus. Oberschräg, in Deutschland wäre sowas allein schon aus Brandschutzgründen nicht mal im Ansatz denkbar. Umso schöner, hier sowas zu sehen.




Ähnlich aufgebaut ist auch das Crazy House, das wir nach einer erhohlsamen Nacht am nächsten Morgen mit einem geliehenen Roller ansteuern. Verschiedene sehr seltsame Gebäude sind hier mit Treppen und Übergängen miteinander verbunden. Man kann also z.B. über den Giebel des einen Hauses spazieren - was ich wegen Höhenangst mal lieber bleiben lasse. Mir wird so schon ein wenig schwindlig, angesichts der teils niedrigen Geländer. Wir sind fasziniert von den Gebilden.





Es handelt sich auch um ein Guesthouse, man kann in den komplett unterschiedlich gestalteten Zimmern auch übernachten.



Wir wollen abends mit dem Nachtbus weiter nach Saigon, also haben wir noch den ganzen Tag Zeit, um die Umgebung von Da Lat zu erkunden. Wir steuern mit dem Roller als nächstes den Sommerpalast des Kaisers Bao Din an - eigentlich eher eine Villa, die für einen Kaiser unseres Erachtens recht schlicht im 60er-Jahre-Stil eingerichtet ist. 




Im zugehörigen Garten findet man - wie öfters in Vietnam - einen Haufen Kitsch, der wohl gegen Zahlung als Fotolocation genutzt werden kann. Oder so.



Der Roller bringt uns weiter an den Tuyen Lam Lake, der auf Grund der Trockenheit ziemlich wenig Wasser hat.



Unser nächstes Ziel ist der Datanla-Wasserfall ganz in der Nähe des Sees. Hier wird es wieder touristisch. Man muss zum Wasserfall ein Stück bergab gehen (und auf dem Rückweg logischerweise bergauf...), kann aber auch eine Sommerrodelbahn nehmen. Es gibt wohl mehrere Stufen dieses Wasserfalls - wir bleiben an der ersten, es sind uns ein wenig zu viele Touris hier.



Eine Gruppe vietnamesischer Touristen übt sich im Bogenschießen, das hier am Wasserfall aufgebaut ist. Als sie uns entdecken, müssen wir für ein Fotoshooting herhalten - das längste unserer Reise, da sich jeder einzeln mit Volker fotografieren lassen will, dann in kleinen Grüppchen mit Volker, dann mit uns beiden, dann die Frauen mit mir. Es ist zu nett, die Leute sind total lustig und auch zutraulich, d.h. sie umklammern einen richtig beim Posen für´s Foto, was uns nicht wirklich stört. Und tätscheln ehrfürchtig Volkers Bauch.



Wir stärken uns im Restaurant oben am Wasserfall und fahren weiter, es soll im Umland von Da Lat viele Pagoden geben. Wir nehmen uns zunächst die Tau Pagode vor, die in einem kleinen Pinienwäldchen liegt. Wir sind die einzigen Menschen, außer der sehr freundlichen älteren Dame, die in der Pagode hockt und Kerzen verkauft. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass wir die drei beeindruckenden goldenen Buddhas ganz für uns alleine haben, oder an den meditativen Tönen, die aus dem Lautsprecher kommen, aber ich fühle mich auf einmal sehr tief spirituell berührt, ein richtiger Magic Moment, aus heiterem Himmel. Wir lassen die Szene ein wenig auf uns wirken und zünden eine Kerze an.




Im Anschluss steuern wir die Linh Phouc Pagode an, ein großer Komplex, der sich über mehrere Gebäude und Ebenen erstreckt. Wir sind auch hier sehr fasziniert und verbringen einige Zeit damit, die Einzelheiten zu entdecken.






Auf dem Rückweg nach Da Lat halten wir am alten, restaurierten Bahnhof, der der älteste Vietnams ist. Er ist wirklich hübsch und hat eher einen musealen Charakter, zumal heute nur noch eine kurze Strecke befahrbar ist.







Mittlerweile ist es Nachmittag. Wir bringen den Roller zurück und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Markt, der vor und in einem festen Gebäude stattfindet und ziemlich groß ist. Ich liebe Märkte in Asien!








Es werden noch ein paar Souveniers geshoppt, wie die in Da Lat bekannten getrockneten Früchte.



Nach dem Markterlebnis kehren wir in einem Barbecue-Restaurant hinter der Markthalle ein, wo sich sogleich ein vietnamesischer Architekt zu uns setzt, der Volker nach Vietnam abwerben will. Ich interveniere. :-) Ein weiterer Vietnamese gibt uns ein Bier aus - später erfahren wir, dass das der Restaurantbesitzer ist, der Geburtstag hat. Die beiden wollen, dass wir noch ein wenig mit ihnen feiern. Das würden wir auch gerne, allerdings haben wir für 19:15 bereits eine Verabredung - wir wollen unseren Guide Mr. Thai von der Fünf-Tages-Motorrad-Tour im Stammhaus der Da Lat Easy Riders treffen. Als wir dort ankommen, wartet er bereits mit drei kalten Dosen Bier auf uns - die Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten groß. Er stellt uns seine Kollegen vor, und wir erzählen ihm von unseren Erlebnissen der letzten Tage. Nach einer Stunde verabschieden wir uns, da er direkt von einer Tour kommt und erstmal nach Hause muss. Wir schlendern ein wenig durch Da Lat und lassen uns - um die letzte Stunde totzuschlagen - im Café 13 nieder, das auch äußerst gemütlich ist.



Um 23:00 Uhr verabschieden wir uns von Da Lat - unser Liegebus nach Saigon startet in die Nacht. Die letzte Etappe, bevor wir zurück nach Hause müssen.



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