Schatzkammer der Fotografie

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, das ich mir von der Bibliothek mitgenommen habe und welches mich absolut begeistert hat: "Schatzkammer der Fotografie - das legendäre Bettmann-Archiv" von Susanne Mendack.



Der Leipziger Dr. Otto Bettmann (1903-1998) emmigrierte in der Nazi-Zeit mit zwei Überseekoffern voller Negative in die USA und begann dort die größte Bildersammlung des 19. und 20. Jahrhunderts. Er gilt - nicht zuletzt dank einer ausgeklügelten Verschlagwortung - als Vater der kommerziell genutzten Bildarchive. Heute existiert das ca. 11 Mio. Exponate umfassende Archiv im Stollen einer Kalksteinmine in Pennsylvania im Besitz von Bill Gates (Corbis) fort. Hier herrschen mit 7,2 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 35 % die richtigen Bedingungen, um die alten, empfindlichen Fotos, Dias und Negative vor dem Verfall zu schützen. Die wertvollsten 28.000 Bilder, im Buch als "Kronjuwelen" des Archivs bezeichnet, werden bei -20 Grad gelagert.


Sehr viele der Bilder aus dem Bettmann-Archiv sind weltberühmte, bewegende und unwiederbringliche Momentaufnahmen, z.B. die Bauarbeiter, die hoch über den Dächern New Yorks auf einem Stahlträger Brotzeit machen, ein die Zunge rausstreckender Albert Einstein, John F. Kennedy wenige Minuten vor seinem Tod oder die Explosion der Hindenburg.


Das Blättern im Buch ist ein absolutes Erlebnis, zum einen durch die fabelhaften großformatigen Schwarzweiß-Bilder, zum anderen durch die äußerst interessanten Hintergrundinfos zur heutigen Lagerung der Bilder sowie der dargestellten Szenarien bzw. Personen.


Der Spaß ist nicht ganz billig - derzeit 78 € bei Amazon - aber absolut empfehlenswert. Und vielleicht gibt´s das Buch ja so wie bei mir in der nächsten Bibliothek zu leihen. Aber Achtung: Die ersten Seiten sind in englisch verfasst - ich habe mich da durch gequält, nur um am Ende festzustellen, dass paar Seiten weiter nochmal der gesamte Text auf deutsch kommt... :-) Nun ja. Dann hab ich für meine Englischkenntnisse halt auch noch gleich was gemacht. Bis bald.

Kommentare

Kommentar veröffentlichen